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Kurzfassung der Vorträge im Symposium

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Ein mit 9 Pence voll bezahlter Brief aus London vom 5. Dez. 1850 nach Bremerförde im Königreich Hannover – die britische Gutschrift betrug 3 p was 2 Gutegroschen entsprach.

England über Bremen – der erste Postvertrag des Kgr. Hannovers mit dem Ausland
Im Jahre 1845 vereinbarten England und das Königreich Hannover einen direkten Postaustausch zwischen dem hannoverschen Postamt in Bremen und dem General-Post-Office London, der auch für den über England hinausgehenden Übersee-Postverkehr Gültigkeit hatte. Vereinbart wurden stark reduzierte Portosätze und erstmals waren durchgehende Porto- und Franco-Briefe möglich. Die Route verlief wie bisher schon über Cuxhaven mit den seit 1795/1814 verkehrenden britischen Paketbooten. Es war der erste Postvertrag des Königreich Hannover mit einem fremden Lande und Tarife und Abrechnungen wurden in englischer Währung vereinbart.  Die Kennzeichnung der auf diesem Wege in das Königreich eingehenden Post durch den Stempel
ENGLAND ÜBER BREMEN
war notwendig geworden, weil auch Preußen zum 1. Jan. 1847 einen direkten Postaustausch über Aachen - Ostende mit England eingerichtet hatte, der bald von allen deutschen Staaten benutzt wurde, auch von Hannover, denn dieser Weg war schneller, aber dafür auch teurer.
Die Stempel dieses Vertrages wurden ausschließlich beim hannoverschen Postamt in Bremen - dem Grenzpostamt für das Königreich - verwendet. Korrespondenzen, die diese Stempel tragen, haben das bremische Stadtpostamt nie berührt, so wie auch das bremische Publikum keine Briefe  beim hannoverschen PA nach oder über England aufgeben konnte. Briefe auf diesem Wege wurden ab 1850 selten und die Route mußte 1853 endgültig eingestellt werden. Zur Zeit des Postvereins gab es nur noch Briefeingänge aus Übersee auf diesem Wege und nur direkt in das Königreich oder nach Braunschweig.
Friedrich Meyer (D-Heilbronn)

PGLKurzfassungJungwirth_Sfi11.jpgAnkunft einer Ordinari-Post im Wiener Posthof um 1837.

Reisen mit der k. k. Fahrpost
1750 nahm die k. k. Fahrpost den Betrieb auf und begründete damit in Österreich die Erfolgsgeschichte der öffentlichen Personenbeförderung. Es bedurfte einer raffinierten Organisation, hunderte Poststationen in der ganzen Monarchie in Bereitschaft zu halten und den verlässlichen Einsatz der benötigten Postillione und Pferde zu gewährleisten, nicht nur für die planmäßigen Fahrten sondern auch für allfällige Extrapostfahrten.
1823 wurde die Eilpost eingeführt, die auch nachts verkehrte und vereinzelt bereits Briefpost beförderte. Die einzelnen Kurse waren schon aufeinander abgestimmt, ähnlich den heutigen Taktfahrplänen.
1835 wurde die Mallepost mit den mächtigen Wagen eingeführt, mit denen Fahr- und Briefpost endlich gemeinsam transportiert wurde. Außerdem übernahm die Post auf vielen Strecken eine Beförderungspflicht, egal wie viele Fahrgäste sich für eine Fahrt vormerken ließen.
Die Kundenfreundlichkeit war aus heutiger Sicht überhaupt erstaunlich und führte so weit, dass in jeder Station ein Beschwerdebuch für die Passagiere aufliegen musste. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Post nach und nach von der Straße auf die Schiene zu übersiedeln und abseits der Bahnlinien die „Periodische Personenbeförderung“ teilweise zu privatisieren.
Hubert Jungwirth (A-Gries am Brenner)

PGLKurzfassungMatha1_Sifi11.jpg1829 von Neapel nach Cannstatt in Württemberg, über den Kirchenstaat, die Lombardei, Schweiz und Baden.
PGLKurzfassungMatha2_Sifi11.jpg1850 von Palermo, Sizilien, nach Kerns im Kanton Obwalden, im Transit über den Kirchenstaat und die Lombardei.

Transitpost Altdeutsche Staaten und Schweiz nach Süditalien 1815-1852
Nach dem Ende des Wiener Kongresses 1815 gelangte dem Kirchenstaat die Einnahme jener wichtigen Position, die er bereits vor den Napoleonischen Wirren eingenommen hatte: in der Vermittlung der europäischen Korrespondenzen von und nach Süditalien und darüber hinaus (den Ionischen Inseln, Griechenland, Malta und Nordafrika). Die Vermittlung der Briefe aus den Altdeutschen Staaten und den Schweizer Kantonen über Ferrara, Bologna, Rom und Ancona ist ein besonders wichtiges Fenster der europäischen Postgeschichte. Süditalien war ein wichtiger Handelspartner Mittel- und Nordeuropas und mit Neapel als der wohl bedeutendsten Hafenstadt Italiens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es viele Handelshäuser, die mit Kollegen aus Bern oder Stuttgart korrespondieren mussten. Diese Routen und Tarife, die sich über die Systematik der entsprechenden Postverträge und anderen postalischen Gepflogenheiten erklären lassen, sind Grundlage dieses Vortrages. Mit dem Beitritt des Kirchenstaates zum Italienisch-Österreichischen Postverein 1852 endet die untersuchte Zeit, da sich durch diesen bedeutenden Vertragsbeitritt auch die Transitbedingungen grundlegend ändern. Es soll versucht werden, dadurch Licht in diesen oft dunklen Bereich unserer Transitbriefe zu bringen und so manche schwierige Taxe bzw. einen Leitweg in eine systematische Ordnung zu bringen.
Dr. Thomas Matha (I-Bozen)

PGLKurzfassungPostvertraege_Sifi11.jpgDieses Projekt beinhaltet die Erfassung aller Quellen, die zum Verständnis des grenzüberschreitenden Postverkehrs hilfreich sein können. Als Form wählten wir eine Datenbank, die über unsere Internetseite
www.postvertraege.de oder www.dasv-postgeschichte.de frei zugänglich ist.

Das Projekt Postverträge des DASV
Die Ziel des Postvertragspojektes sind:

  1. Erfassung aller bekannten Quellen zum grenzüberschreitenden Postverkehr (Stand Aug 2011: 2695 Quellen)
  2. Erstellung von Kopien der Quellen als Datei, die jedem Interessenten kostenlos als Download zur Verfügung stehen (2707 Downloads)
  3. Einbindung möglichst vieler Postgeschichtler, Interessenten, Enthusiasten in die Umsetzung des Projektes

Mit dem DASV als Träger dieses Projektes ist sichergestellt, dass keine Partikularinteressen verfolgt werden. Ebenso bleibt das gesammelte Wissen unabhängig vom Einfluss einzelner Personen und auch die Kontinuität über lange Zeiträume gesichert. Seine Absichten sind frei von wirtschaftlichen Interessen. Deswegen gilt:
Die Benutzung der Datenbank und der Download aller Quellen ist völlig kostenfrei
(außer den eigenen Verbindungsgebühren zum Internet).

Dieses Projekt braucht jede Unterstützung, die sie uns geben können. Ohne ihre aktive Beteiligung wird dieses Projekt eine One Man Show – alle profitieren, aber keiner fühlt sich bewegt mitzuarbeiten. Wenn das passiert, wird dieses Projekt weit unter seinen Möglichkeiten bleiben.
Rudolf Buschhaus, Friedrich Alfred Str. 69, D-47226 Duisburg, Mail: Buschhaus@Postvertraege.de

   
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