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Die Entwicklung der AEP - Académie Européenne de Philatélie Mit der Europäischen Akademie für Philatelie präsentiert sich auf der Internationalen Briefmarken-Börse Sindelfingen eine vor 33 Jahren in Frankreich gegründete Vereinigung, die im Briefmarken-Salon nicht nur hochwertige philatelistische Exponate zeigt, sondern in diesem Jahr auch alle Referenten für das postgeschichtliche Symposium stellt. So ist es möglich, erstmals Themenbereiche zu behandeln, die im Rahmen des bisherigen Referentenkreises noch nicht zum Zuge kamen – Internationalität im besten Sinne! Es war 1977, als zwei herausragende französische Philatelisten, die beiden Ärzte Dr. Robert Françon und Dr. Jean Storch, die Idee hatten, mit befreundeten Posthistorikern eine „Akademie für Postgeschichte“ ins Leben zu rufen. Im Jahr darauf setzten sie ihren Plan um. Die Vereiniung änderte ihren Namen zwei Mal: zunächst in „Europäische Akademie für Philatelie und Postgeschichte“ (1988), wurde sie 2002 die „Europäische Akademie für Philatelie / Académie Européenne de Philatélie“ (AEP). Bis 2006 waren die Präsidenten alle Franzosen, seitdem steht ihr der Belgier Henk Slabbinck vor. Die Mitgliederzahl stieg von 24 im Gründungsjahr 1978 über 99 in 1997 auf jetzt 270. Was zeichnet die Europäische Akademie aus, für welche Ziele steht sie? Von einer eher schüchternen grenzüberschreitenden Akademie in ihren Anfangsjahren wandelte sie sich zu einem wichtigen Akteur in der philatelistischen Welt Europas. Traditionell besteht diese aus nationalen Akademien (welche es heute in den meisten europäischen Ländern gibt), aus Arbeitsgemeinschaften für bestimmte Markenausgaben, Themen oder Länder, aus dem Bund der Philatelisten auf nationaler Ebene, dem europäischen Dachverband (FEPA) und dem Weltverband (FIP). Alle diese Strukturen haben ausschließlich den Sammler im Auge, weshalb die AEP bewusst den Schritt gegangen ist, auch Auktionatoren, Journalisten, Briefmarken-Grafiker, Direktoren von Postverwaltungen wie auch Leiter philatelistischer Museen in ihren Reihen willkommen zu heißen. Mit anderen Worten: Die AEP ist heute die einzige europäische Einrichtung, in der sich alle genannten Hauptdarsteller der Philatelie begegnen. Was vor Jahren als französische Initiative begann, zu der auch einige herausragende ausländische Philatelisten eingeladen wurden, hat sich inzwischen zu einer wirklich internationalen Institution entwickelt: die AEP zählt heute Mitglieder in 46 Staaten innnerhalb und außerhalb Europas. Diese Wandlung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Politik seit Beginn dieses Jahrhunderts: der politischen und wirtschaftlichen Integration Europas sollte die Philatelie nicht nachstehen. Um eine aktive Rolle zu spielen, musste sich die Akademie öffnen, d.h. Mitglieder werben in Ländern, in denen sie bislang nicht vertreten war. Das Umdenken zeigt sich auch in der „Außenpolitik“: Schon vor dem Jahr 2000 hatte die AEP enge Kontakte zu wichtigen Verbänden in Deutschland, der Schweiz, Italien und Großbritannien geknüpft, und ausgewiesene Top-Philatelisten dieser Länder bildeten „den harten Kern“ der Akademie. Inzwischen bestehen gute Beziehungen zu Portugal, der Türkei, Polen und Monaco, und es wurden enge Kontakte geknüpft zu den Akademien in Spanien und der Provinz Québec, ebenso – auf individueller Basis – zu großen Sammlern in Skandinavien und Belgien. Seit 2000 gehört die internationale Kontaktpflege zu den vorrangigen Aufgaben des AEP-Vorstands. Dessen Reisetätigkeit stieg deutlich. Ein Ergebnis: die Mitgliederzahl verdreifachte sich in nur vier Jahren. Doch wie bei allen Expansionsprozessen ging die Veränderung nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten. Zum einen musste der Vorstand erweitert und die Arbeit auf die Schultern mehrerer Männer verteilt werden, die wirklich zupacken wollten. Zum anderen war manch neues Mitglied zwar froh beizutreten, zog sich jedoch schnell wieder zurück, sobald Mitarbeit eingefordert wurde. Das Ziel, möglichst viele unterschiedliche Spezialisten zu rekrutieren, führte mitunter zur Aufnahme von Leuten, die die AEP letztlich zur Selbstdarstellung missbrauchten statt zur Förderung gemeinsamer philatelistischer Ziele. Und schließlich gab es Mitglieder, die den Eindruck bekamen, die AEP lege zu viel Wert auf die Organisation gesellschaftlicher Zusammenkünfte und vernachlässige die Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit und philatelistischen Forschung. Die AEP ist demokratisch verankert. Die Jahreshauptversammlung entschied sich im Jahr 2006 eindeutig für eine Rückbesinnung der Akademie auf ihre Grundziele. Einer Interimsleitung gab sie klare Anweisungen, die Satzung hinsichtlich einer stärkeren Transparenz der Strukturen sowie der Rechte und Pflichten des Vorstands zu überarbeiten. Die neue Fassung wurde 2007 einstimmig angenommen und ein neuer Vorstand gewählt. Heute leitet ein Belgier die Akademie. Ihm steht ein einsatzfreudiges Kernteam zur Seite, unterstützt von regionalen „Direktoren“. Ihnen allen liegt die Entwicklung der Akademie am Herzen. Über längere Zeit inaktiven Mitgliedern stellte man deshalb frei, die Akademie zu verlassen. Die internationale Zusammenarbeit mit anderen Akademien, Arbeitsgemeinschaften und Verbänden wurde wiederbelebt und verbessert. so dass eine Reihe gemeinsamer Veranstaltungen in Großbritannien (Royal Philatelic Society), Portugal, Belgien, der Schweiz (GABRA), Italien und Monaco (Monacophil) ausgerichtet werden konnte. Auf dem Fahrplan für die kommenden zwei Jahre stehen Veranstaltungen in Spanien, Luxemburg, Skandinavien und Russland. Der wichtigste internationale Auftritt in der Geschichte der AEP allerdings ist ohne Zweifel die diesjährige Einladung zum Postgeschichtlichen Symposium und den Ehrenhof in Sindelfingen. Da solch gemeinsame Veranstaltungen oft mit Auftritten unserer AEP-Mitglieder und einem nicht unerheblichen Organisationsaufwand verbunden sind, unterstützt die AEP auch kleinere Veranstaltungen in Europa ebenso wie den Gedankenaustausch mit Ländern in Übersee, etwa Mauritius, Kanada und den USA. So reisen AEP-Delegationen auch zu solchen dezentralen Veranstaltungen, um an Seminaren teilzunehmen, Vorträge zu halten und gesellschaftliche Kontakte zu pflegen. Wir suchen breitest mögliche Begegnung. Förderung philatelistische Forschung gehört zum Grundverständnis unserer Akademie, sie ist das Herzstück unserer Arbeit. Die wichtigsten, innovativsten und nicht selten spektakulären Artikel, in denen unsere Mitglieder die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit darstellen, werden in OPUS aufgenommen, das AEP-Jahrbuch. Es erscheint in diesem Jahr mittlerweile zum zehnten Mal. Seit einigen Jahren konzentriert sich OPUS in jeder Ausgabe mindestens zur Hälfte auf ein bestimmtes Thema. In den zurückliegenden Ausgaben ging es beispielsweise um Polarphilatelie, die Olympischen Spiele, die Postgeschichte Polens oder die ehemaligen europäischen Kolonien. In den kommenden Jahren sollen die Postgeschichte Spaniens und Russlands betrachtet werden. Häufig schon wurden Veröffentlichungen im OPUS als bahnbrechend bezeichnet. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht nach wie vor die Entwicklung internationaler Freundschaften und die Festigung gut funktionierender Beziehungen. Alle AEP-Veranstaltungen haben daher einen gesellschaftlichen Teil, z.B. einen Cocktail-Empfang oder ein gemeinsames Essen, wodurch persönliche Kontakte erleichtert oder geschaffen werden. Meistens steht dabei natürlich die Philatelie im Mittelpunkt, aber auch andere Themen sind willkommen. Und selbstverständlich werden in dem „europäischen Schmelztiegel“ auch die Strategien der AEP für die kommenden Jahre diskutiert. Um die philatelistische Literatur zu fördern, verleiht die AEP jährlich einen Preis an eine verdiente Zeitschrift. Und ebenfalls jährlich lobt sie den Preis „Mérite Philatélique Européen” aus. Damit wird jeweils ein Philatelist ausgezeichnet, der sich besonders erfolgreich für die Förderung unseres Hobbys eingesetzt hat. Der Erfolg der AEP führt dazu, dass viele Philatelisten Mitglied werden wollen. Dem steht grundsätzlich nichts im Wege; doch Voraussetzung für den Verbleib ist die aktive Teilnahme am Leben der Akademie, dass man also an AEP-Veranstaltungen teilnimmt, Vorträge hält, Seminare leitet oder hochwertige Artikel zur Veröffentlichung liefert. Angesichts der wachsenden Mitgliederzahl mehren sich indessen die Stimmen, die nach Einführung eines numerus clausus rufen. Die AEP sieht sich indessen auch heute noch auf Expansionskurs, will aber gleichzeitig die Arbeit ihrer Mitglieder aufwerten und intensivieren. Der gegenwärtige Vorstand ist international aufgestellt, aber schwerpunktmäßig in Belgien ansässig, und wird im Jahr 2013 abgelöst. Dem neuen Vorstand werden möglicherweise Mitglieder anderer Nationen angehören mit neuen Perspektiven und Zielen. Innovation und Kreativität jedoch behalten weiterhin uneingeschränkt Gültigkeit und garantieren die erfolgreiche Stellung der AEP in der Welt der Philatelie. In Sindelfingen wird das AEP-Präsidium interessierten Philatelisten Rede und Antwort stehen! Liste der Exponate hier (pdf-Datein). Die allgemeinen Webseiten der AEP finden Sie unter www.aephil.net Stand: 4. August 2010
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